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Dienstag, 29. November 2016

Das METROPOLIS Kino Hamburg im Dezember 2016 – Wir haben Tipps!



“And now the name Godard inspires a blank face from most filmgoers. Subtitled films are out. Art films are out. Self-conscious films are out. Films that test the edges of the cinema are out. Now it is all about the mass audience: It must be congratulated for its narrow tastes, and catered to.” Roger Ebert über Godard und bessere Filmzeiten (Jean-Luc Godards VIVRE SA VIE läuft am 12.12. im METROPOLIS)

In unserer Filmreihe DaF werden wir am 7.12. (19.00) ausnahmsweise keinen aktuellen deutschsprachigen Film präsentieren, sondern wir möchten unser DaF-Jahr mit einem Klassiker des Weimarer Kinos, mit Paul Wegeners DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM (D 1920), abschließen. Die Vorführung des Stummfilms wird durch Marie-Luise Bolte am Klavier musikalisch begleitet werden. Vor dem Film wird es im Kinosaal ein etwa halbstündiges musikalisches Vorprogramm vom Colón Language Center geben. Es singt Andrea Gehrkens begleitet von der Band Mamunia.
Achtung: Im Programmheft des METROPOLIS ist dieses Vorprogramm leider nicht aufgeführt.

Näheres zu unserer Veranstaltung finden Sie in diesem Blogpost. 



Handverlesen ist das Programm der Reihe CINEPORT – HAFENFILME, die das METROPOLIS in Zusammenarbeit mit dem Hafenmuseum Hamburg ausrichtet. Am 11.12. können Sie die deutsch-finnische Produktion DEADWEIGHT (2016) von Axel Koenzen erleben. Es wird eine Einführung geben und es werden Gäste erwartet. Der Film erzählt vom Kapitän eines Containerschiffes, Ahti Ikonen, der unter Zeitdruck gegen die Vorschriften seine Crew anweist, im Hafen beim Löschen zu helfen. Ein Mann seiner Besatzung kommt dabei ums Leben und Ikonen wird im nächsten Hafen mit einem Boykott der Arbeiter konfrontiert. Auch wenn es sich bei DEADWEIGHT um einen fiktionalen Spielfilm handelt, thematisiert er doch die harten Arbeitsbedingungen im globalisierten Containergeschäft. 

KINOFILMGESCHICHTE zeigt am 12.12. (19.00) Jean-Luc Godards DIE GESCHICHTE DER NANA S. (VIVRE SA VIE, F 1962). Dieser Film Godards wird vielfach als der bis zum Zeitpunkt 1962 radikalste Bruch mit dem klassischen Erzählkino betrachtet. Nina Rippel wird am 12.12. zu diesem Film referieren und sicherlich Näheres dazu auszuführen.
“This is a great movie, and I am not surprised to find Susan Sontag describing it as "one of the most extraordinary, beautiful, and original works of art that I know of."” Roger Ebert 


Vom Dezember bis zum Februar 2017 erinnert das METROPOLIS an die MÜNCHNER GRUPPE, zu der die Regisseure Klaus Lemke, Rudolf Thome, Max Zihlmann, Martin Müller, Werner Enke und May Spils gehörten, lauter Regisseure, die, wie die Mitglieder der Oberhausener Gruppe, in den 1960er Jahren Papas Kino begraben wollten. Im Gegensatz zu den Oberhausenern sollte das bei den Münchenern aber nicht intellektuell geschehen. Schöne Frauen und schnelle Autos waren ihre Themen. Ein sensationeller Erfolg gelang May Spils und Werner Enke mit der Komödie ZUR SACHE, SCHÄTZCHEN. Später drehte May Spils dann noch Filme mit so einfallsreichen Titeln wie NICHT FUMMELN, LIEBLING, HAU DRAUF, KLEINER und MIT MIR NICHT, DU KNALLKOPP. Visuell haben vermutlich sowohl die Münchener als auch die Oberhausener den deutschen Film nicht wirklich bereichert. Und da hakt‘ s ja bis heute noch. 

„Nichts tun ist immer besser als irgendetwas tun.“ Der Protagonist Martin in May Spils ZUR SACHE, SCHÄTZCHEN (BRD 1968).

24 Stunden im höhepunktarmen Leben eines pubertär gebliebenen Nichtstuers im Münchener Schwabing der späten 1960er Jahre, attraktive Frauen in leichter sommerlicher Bekleidung, recht sinnfreie Dialoge – damit ist schon viel über diesen Film gesagt.
Ich mag die folgende Kritik, aber den Film so gar nicht. Aber davon kann sich ja jeder selbst ein Bild machen. Das METROPOLIS zeigt ZUR SACHE, SCHÄTZCHEN am 23.12. (19.00), 26.12. (21.15) und 30.12. (17.00).  

„Es könnte bös enden – wenn die Peter-Schamoni-Produktion glaubt, mit gängiger Alltagsware, wie Studentenunruhen, Geschäfte machen zu dürfen. Auf dem Rücken einer solchen Konjunktur mag sich zeitweilig gut reiten lassen, doch die Ambitionen nur für sex- und aufruhrgeschwängerte Phantasie eines geistig Durchfallerkrankten wirken allzu durchsichtig. Die Spekulation mit dem unterkühlten Gammlerdasein, dessen ‘produktive’ Kräfte sich unterhalb der Gürtellinie erschöpfen, kann nur bei denen aufgehen, die dort noch Komplexe abzuladen haben” (Deutsche Nachrichten Hannover, 23.2.1968).

Dass nicht alle deutschen Filme aus Papas Zeit, sprich die Filmproduktionen nach dem Zweiten Weltkrieg, begrabenswert waren, davon kann man sich in der Reihe BRD-KINO DER 1950ER JAHRE überzeugen, die im Dezember im METROPOLIS mit Filmen wie BIS ZUM ENDE ALLER TAGE (BRD 1961), DIE RATTEN (BRD 1955), KIRMES (BRD 1960) und DER VERLORENE (BRD 1951) fortgesetzt wird. Weitere Filme dieser Reihe sowie die Termine finden Sie auf der Themenseite des METROPOLIS.

Am 2.12. (19.30) wird im METROPOLIS das DEUTSCH-RUSSISCHE KINOFORUM mit dem Film MÄRTYRER (RUS 2016, Regie: Kirill Serebrennikow) eröffnet. Bis zum 6.12. stehen aktuelle russische Spiel- und Dokumentarfilme, ein Kurzfilmwettbewerb und die Retrospektive Eldar Eyazanow auf dem Programm. Informieren Sie sich gern über alle Filme und Termine auf der Webseite des Kinoforums.

FILMLAND POLEN ist am 11.12. um 16.00 Uhr dran und zeigt mit EXZENTRIKER – AUF DER SONNENSEITE DER STRASSE (Polen 2015) einen höchst interessanten Genrefilm über das Polen der Nachkriegszeit. Regie führte der mittlerweile 85jährige Janusz Majewski. Mehr Infos erhalten Sie auf der Webseite von FILMLAND POLEN


Als Premiere in der restaurierten, ungeschnittenen Fassung zeigt das METROPOLIS im Dezember den tschechischen Film MARKETA LAZAROVA (CZ 1967) von František Vláčil. Es ist ein meisterhaftes, dunkles Mittelalterepos, das in Tschechien als bester tschechischer Film aller Zeiten gefeiert wird. Manchmal braucht es nur 50 Jahre, bis ein Film in unsere Kinos kommt …..
Termine: 14.12. (19.00), 18.12. (19.30) und 25.12. (17.00) 


In der Reihe SPECIALS zeigt das METROPOLIS am 13.12. (19.00) und am 17.12. (21.30) den iranischen Dokumentarfilm NO LAND’S SONG (Iran/F/D 2014) von Ayat Najafi. Der Film porträtiert die Schwester des Regisseurs, Sara Najafi, für die sich in ihrem Leben fast alles um die Musik dreht und die mit Freundinnen versucht, ein Konzert zu organisieren, obgleich es Frauen im heutigen Iran verboten ist, öffentlich zu singen. Ayat Najafi wird am 13.12. im METROPOLIS zu Gast sein. 


Die mehrfach ausgezeichnete israelische Produktion NULL MOTIVATION (Israel/F 2014) von Talya Lavie (es ist ihr Regiedebüt) können Sie am 22.12. (19.00) in der Reihe JÜDISCHER FILMCLUB sehen. “To the panoply of films that explore the banality and inanity of army life, here's a worthy addition told from a refreshing perspective: that of young women conscripts in the Israel Defence Forces.” Bruce DeMara für Toronto Star 

Nollywood Germany präsentiert im Dezember (und darüberhinaus) AFRIKANISCHES KINO im METROPOLIS. Das Ziel ist, afrikanisches Kino in Deutschland zu fördern. THE CURSED ONES (GB/Ghana 2015) von Nana Obiri Yeboah (wird zu Gast sein) bildet am 10.12. (19.00) den Auftakt. 

Eine interessante Premiere erwartet Sie vom 10. bis zum 13.12. (21.30 bzw. 21.15) mit dem intimen österreichischen Drama KATER von Händl Klaus (2016), in dem die Beziehung zweier Männer in die Krise gerät.
KATER wurde bei der Berlinale 2016 mit dem Teddy für den besten queeren Film ausgezeichnet.

Alljährlich wird der kürzeste Tag des Jahres als KURZFILMTAG in vielen Kinos deutschlandweit zelebriert. Das METROPOLIS zeigt am 21.12. Kurzfilme von und mit Buster Keaton (fein!), Kurzfilme der Münchner Gruppe und Höhepunkte aus DEUTSCHER KURZFILMPREIS UNTERWEGS. Was es außerhalb des METROPOLIS am KURZFILMTAG zu entdecken gibt, erfahren Sie auf der Webseite der AG Kurzfilm e.V. 

Auch der 15. und 16.12. sind dem Kurzfilm vorbehalten. Dann erhalten junge Filmemacher von der Grundschule bis zur Hochschule bei ABGEDREHT! die Möglichkeit, ihre Werke auf einer großen Kinoleinwand zu präsentieren. Das ganze findet als Wettbewerb statt, eine Jury und das Publikum können über ihre Favoriten abstimmen. Die Preisverleihung erfolgt am 16.12. um 20.00 Uhr. Das Programmheft sowie weitere Infos erhalten Sie auf der Webseite von ABGEDREHT!.

Traditionell beendet das METROPOLIS sein Kinojahr am 30.12. (20.00) mit der wundervollen russischen Komödie IRONIE DES SCHICKSALS (UDSSR 1975, Eldar Ryazanow). Das 184minütige Werk wird durch eine Pause unterbrochen, in der Sie sich mit einem Gläschen Sekt in der METROPOLIS Kinobar für die Silvesternacht stärken können. За здоровье! (Sa sdorowje!)

Natürlich gibt es im Dezember noch diverse weitere Kino-Highlights im METROPOLIS zu entdecken, beispielsweise dokART, KINELAB HAMBURG mit Hauptsache Hamburg, Hauptsache Musik mit Hamburgs musikalischen Helden (20.12. um 21.15), BIZARRE CINEMA mit (natürlich) bizarren Filmen, SOULFOOD CINEMA mit Emir Kusturicas SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER (am 18.12., 17.00), und, und, und. Schauen Sie dazu gern auf die Themenseite des Kinos, auf der alle Filmreihen aufgeführt sind. 

Wir wünschen Ihnen viele schöne und anregende Stunden im Kino und einen angenehmen und ruhigen Dezember. Lassen Sie das Jahr fröhlich und entspannt ausklingen!



Mittwoch, 9. November 2016

DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM im Dezember 2016 bei DaF im METROPOLIS Kino



Unser besonderes DaF-Highlight zum Abschluss des Jahres: Wir zeigen Paul Wegeners Meisterwerk, den Stummfilmklassiker DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM (D 1920). Mit Live-Musikbegleitung durch Marie-Luise Bolte am Klavier. 

Der Film spielt im Prag des 16. Jahrhunderts. Rabbi Loew, der geistliche Führer der jüdischen Gemeinschaft in Prag, ist ein Meister der schwarzen Kunst und es gelingt ihm, eine Lehmstatue zum Leben zu erwecken, die laut alten Legenden Unheil abwenden soll. Als dieser Golem dem Kaiser das Leben rettet, widerruft der ein Dekret, mit dem er die Vertreibung der Juden aus Prag angeordnet hatte. Doch dann lehnt sich der Golem gegen seinen Schöpfer auf …..

Um euch ein wenig die Vorbehalte gegen Stummfilme zu nehmen, können wir euch garantieren, dass ihr aufgrund der mit Sicherheit tollen Musikbegleitung nach wenigen Sekunden gar nicht mehr bemerken werdet, dass ihr einen Stummfilm anseht. Lasst euch in diese wundervolle alte Filmwelt entführen! 


DER GOLEM war übrigens einer der international größten Erfolge des deutschen Stummfilms. Monatelang ausverkauft, war er u.a. in den USA und in China zu sehen. Und jetzt (fast 100 Jahre später) in unserer Filmreihe DaF im METROPOLIS Kino (gegen „ausverkauft“ hätten wir natürlich auch nichts). 

Unsere Abschlussveranstaltung für DaF 2016 beginnt um 19.00 Uhr. Vor der Filmvorführung wird es ein kleines Colón-Musikprogramm mit Andrea Gehrkens (Gesang), Justin Dack (Gitarre und Klavier) und der Band Mamunia geben. Filmbeginn ist dann um 19.30 Uhr. Mamunia werden vorher ab 18.30 Uhr auch in der Metropolis Kinobar spielen.

Es wird trotz der Musikbegleitung zum Film kein erhöhter Eintrittspreis erhoben, da das Colón Language Center die Musik sponsert.

Zum Film:
„Dies ist ein grandioser Stummfilm, dessen Geschichte der Darsteller, Co-Regisseur und Drehbuchautor Paul Wegener frei nach einem Heine-Gedicht erfand. Architekt und Ausstatter Hans Poelzig schuf hier ein mittelalterliches Prag, dessen Bauten und Dekoration es wie ein Traumland erscheinen lassen. Kameramann Karl Freund tat sein Übriges, um das prägnante Spiel Wegeners faszinierend einzufangen. Ein Meisterwerk!“ prisma 

Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)


In unserer Filmreihe DaF im METROPOLIS Kino am 7.12.2016 um 19.00 Uhr:

DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM
Deutschland 1920
Regie: Paul Wegener
Lauflänge: 84 Min.
Fassung: 35mm
Live-Musikbegleitung: Marie-Luise Bolte am Klavier


Im Video sind einige Ausschnitte aus DER GOLEM zu sehen, sie dienen der Untermalung des Songs EMET der italienischen Metal-Band STORMLORD (play it loud).