Seiten

Dieses Blog durchsuchen

Donnerstag, 16. November 2017

RHYTHM IS IT! im Dezember bei DaF im METROPOLIS Kino



Vielfach prämierter Dokumentarfilm über das Tanzprojekt mit 250 Berliner Kiezkindern aus 25 Nationen, das der Dirigent Sir Simon Rattle und der Choreograph Royston Maldoom im Jahr 2002 als Education Programm der Berliner Philharmoniker ins Leben riefen. Die Kinder und Jugendlichen probten wochenlang für einen Auftritt in der Treptower Arena eine rund dreißigminütige Choreographie zu Strawinskys Le Sacre du Printemp und entdeckten dabei ihre eigene Kreativität und verborgene Facetten ihrer Persönlichkeit. 

Der Film zeigt eindrucksvoll die große Bedeutung von Kultur im Bereich der Erziehung auf, und wie die physische, ekstatische Energie der Musik Strawinskys zu faszinieren vermag. Mitreißend und bewegend sind auch die Bilder von der Premiere sowie von Proben Simon Rattles mit den Philharmonikern. Rhythm is it!   

Vor der Filmvorführung gibt es in der Kino Bar sowie im Kinosaal ein Konzert der Band Mamunia.


„Der Film "Rhythm is it!" begeistert total - und man kann erst mal gar nicht beschreiben, woher die Begeisterung rührt, weil sie so viele Farben und Schichten hat, weil sie sich als Thema, Geste und Grundenergie des Film zeigt.“ Süddeutsche Zeitung 

„Selten hat eine Dokumentation über klassische Musik so viel Resonanz und so viele Auszeichnungen erhalten wie der weltweit gezeigte Kinofilm Rhythm Is It!“ Digital Concerthall 


„Was ist uns die Bildung unserer Kinder wert? Soll Deutschland seine Stadttheater, Orchester und Ballette weiterhin fördern, und unter welchen Bedingungen? ›Rhythm is it!‹ sollte angesichts solcher Fragen eine Pflichtveranstaltung werden für alle Bildungsminister und für all die Lamentierer, Belehrer, Bedenkenträger und Besitzstandswahrer in Politik und Kultur. Denn wie lebensnotwendig die Kultur ist, wenn sie eben mitten ins Leben der Menschen einbricht, das zeigt ›Rhythm is it!‹ höchst eindrucksvoll.“ Andreas Grabner, Münchner Merkur

Text: Regina Nickelsen (Colón Language Center)


DaF im METROPOLIS Kino Hamburg am 6.12.2017 (18.30):


RHYTHM IS IT!
Deutschland 2004
Regie: Thomas Grube, Enrique Sánchez Lansch
Lauflänge: 104 Min.
Sprachen: Deutsch und Englisch (mit deutschen Untertiteln)
Konzert der Band MAMUNIA vor der Filmvorführung (Kino Bar + Kinosaal)

Trailer + Fotos: © Piffl Medien

Mittwoch, 8. November 2017

Tamil Cinema und Retrospektive Ritwik Ghatak im METROPOLIS Kino Hamburg



Im Rahmen der India Week im METROPOLIS Kino Hamburg: TAMIL CINEMA und Retrospektive des bengalischen Autorenfilmers Ritwik Ghatak
Eröffnet wurde das filmische Programm am 7.11. mit INDIRA (Indien 1995), einzige Regiearbeit der Schauspielerin Suhasini Maniratnam, die den Film persönlich vorstellte. Bis zum 16.11. zeigt das METROPOLIS vier weitere tamilische Filme, heute (8.11., 19.00) wird Suhasini Maniratnam bei der Vorführung von SINDHU BHAIRAVI (Indien 1985), in dem sie die weibliche Hauptrolle spielt, erneut zu Gast sein. Alle Filme und Infos gibt es hier beim METROPOLIS

Das Tamil Cinema, in Anlehnung an seinen Entstehungsort Kodambakkam und an die Hindi-Filmindustrie Bollywood auch Kollywood genannt, dürfte für Bollywood-Fans durchaus interessant sein, ähnelt es dem Hindi-Kino doch in Vielem, wenngleich es deutlich mehr Kampfkunst und durchaus auch mehr Gewalt aufweist. 

Wer es wie ich weniger bunt und etwas ruhiger mag und gern das Werk eines bedeutenden Filmemachers entdecken möchte, dem sei die Retrospektive des bengalischen Autorenfilmers Ritwik Ghatak ans Herz gelegt. Das METROPOLIS zeigt zwischen dem 13.11. und dem 29.11. sechs Werke des Regisseurs, darunter auch TITAS EKTI NADIR NAAM (1973), Ghataks filmische Reflexion über Bewohner verschiedener Fischerdörfer am bengalischen Fluss Titash, der als bestes Beispiel für Ghataks filmische Kunst gilt. Doch auch seine Komödie AJANTRIK (Indien 1958) über einen Taxifahrer und dessen Liebe zu seinem Gefährt sowie die drei Filme seiner Flüchtlingstrilogie aus den Jahren 1960 bis 1962, MEGHE DHAKA TARA, KOMAL GANDHAR und SUBARNAREKHA, werden im METROPOLIS zu sehen sein. Alle Infos und Termine gibt es hier


Bei Senses of Cinema kann man sich ausführlich über das Werk Ritwik Ghataks, dessen filmische Arbeiten stark durch seine Erfahrungen nach der Unabhängigkeit Indiens und der daraus resultierenden Teilung Bengalens geprägt sind, informieren.

Erstes Foto: Suhasini Maniratnam am 7.11.2017 im METROPOLIS Kino




Montag, 6. November 2017

Akkordeon-Meister Mario Batkovic



Mario Batkovics Akkordeon-Stil ist sehr eigen, folgt keinen Regeln und lässt Ambient und Avantgardemusik erkennen. Auch Filmmusik hat der in Bosnien geborene Musiker komponiert. Im Alter von vier Jahren schenkte ihm sein Onkel ein Akkordeon und Batkovic brachte sich das Spielen selbst bei. Als er elf war, ging seine Familie von Bosnien nach Bern. Später studierte er in Basel und Hannover Musik. Geoff Barrow von Portishead brachte 2015 seine Karriere in die Wege und nahm ihn in seinem Record Label Invada auf.   


Am 5.11.2017 spielte Mario Batkovic im Kleinen Saal der Elbphilharmonie Hamburg. Unglaublich, was man mit einem Akkordeon so alles anstellen kann. Kostproben, aufgenommen von VPRO im April 2017 in Utrecht, kann man im Folgenden hören und sehen.

Samstag, 28. Oktober 2017

Kinopreise des Kinematheksverbundes für die Kinemathek Hamburg / Metropolis Kino Hamburg und das B-Movie



In Berlin wurden gestern Abend, am UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes, die Kinopreise 2017 des Kinematheksverbundes in einer Gesamthöhe von 30.000 Euro für herausragende Kinoarbeit vergeben. Die Kinemathek Hamburg erhielt den ersten Preis in der Kategorie „Kino, das zurückblickt“. 


Das ist die Jurybegründung: „Das Kommunale Kino Metropolis in Hamburg erhält den ersten Preis der Kategorie für seine außergewöhnlichen Bemühungen, trotz enormer Konkurrenz nicht nur Filmgeschichte sondern auch Film und Geschichte vielfältig erlebbar zu machen. Mit länderspezifischen Filmreihen, die sich auch wenig beachteten Nationen wie Finnland oder der Ukraine widmen, einem thematisch kuratierten Stummfilmfestival sowie vielen einfallsreichen und gesellschaftlich relevanten Schwerpunkten präsentiert sich das Metropolis politisch, innovativ und jung.“

In der Kategorie „Kino, das verbindet“ wurde mit dem B-Movie ein weiteres Hamburger Kino ausgezeichnet. Ebenfalls sehr verdient!


Das Filmhaus Nürnberg erhielt den ersten Preis in der Kategorie „Kino, das bildet“ und das Zebra Kino in Konstanz wurde in der Kategorie „Kino, das wagt“ ausgezeichnet. 


Der Lotte-EisnerPreis ging an den Kölner Filmclub 813 e.V.

Den Ehrenpreis des Kinematheksverbundes erhielt Nina Goslar, die langjährige Filmredakteurin von ZDF/ARTE.

In dieser Pressemitteilung findet man alle Preisträger (auch die der jeweils zweiten Preise) sowie die Jurybegründungen. 

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Premiere SOMMERHÄUSER am 24.10. im Abaton Kino Hamburg



So unvorbereitet ist unser Team wohl selten in einen Kinofilm gegangen wie bei der Hamburger Premiere von Sonja Maria Kröners SOMMERHÄUSER im Abaton. Meine Kollegin hatte immerhin kurz vorher den Trailer angesehen, ich nicht einmal das, wusste lediglich, dass es um das Treffen einer Münchener Familie geht, die sich im heiß-schwülen Jahrhundertsommer des Jahres 1976 in Garten und Gartenhaus der verstorbenen Großmutter/Urgroßmutter zusammenfindet.

Es wurde dann ein sehr schöner Abend mit einem sehr starken und außergewöhnlichen deutschen Film: ein tolles Ensemble mit u.a. Laura Tonke, Mavie Hörbiger, Ursula Werner, Günther Maria Halmer, Thomas Loibl, Christine Schorn, Inge Maux und Johannes Silberschneider, das explosive Familienkonflikte austrägt, die dann aber auch immer wieder, vor allem durch die Kinder, von einer Unbeschwertheit im scheinbaren Idyll des Gartens abgelöst werden, eine leicht bedrohliche Stimmung, die immer mal wieder angefacht wird durch Nachrichten von einer Kindesentführung, einem unheimlichen Nachbarn und nicht zuletzt den Wespen. Man beginnt schnell zu ahnen, dass da noch etwas passieren könnte, das über bloße Familienstreitigkeiten hinausgeht. Dazu kommen eine sehr beachtenswerte Kameraarbeit, eine präzise Ausstattung, schwarzer Humor, ein Drehbuch und ein Schnitt, die so Manches andeuten oder auch offenlassen und dem Zuschauer viel Raum zum eigenen Empfinden zugestehen. Beeindruckend! 


Antje Wessel zieht das folgende Fazit: „Ein Paradies mit Widerhaken: Mit ihrem fabelhaften Regiedebüt „Sommerhäuser“ gelingt Sonja Kröner ein flirrend-romantisches Nostalgiedrama mit diffusen bedrohlichen Untertönen, das sich in den letzten zehn Minuten all seiner aufgebauten Spannung entlädt wie ein schwüler Sommertag, der in ein krachendes Sommergewitter mündet.“ 

Joachim Kurz schreibt für kino-zeit.de: „Mit Sommerhäuser ist Sonja Kröner ein dichtes Ensemblestück gelungen, das durch die Bank und bis in die Kinderrollen perfekt besetzt und angenehm zurückhaltend inszeniert ist. Mit liebevollem Blick für Details, einer herausragenden Ausstattung und einem Drehbuch, das vieles im Ungefähren be- und damit der Phantasie des Zuschauers überlässt, gelingt ihr ein Blick zurück auf eine Zeit, die durchaus dazu angetan wäre, mit dem verklärten Blick der Nostalgie betrachtet zu werden – eine Falle, der Sommerhäuser freilich mit Bravour entgeht. Vielmehr fächert der Film ein vielschichtiges Panorama aus Zeitgeschichte und -kolorit, familiären Konflikten und schönen Beobachtungen auf, das das Kunststück vollbringt, zugleich den kindlichen Blick auf diesen Jahrhundertsommer wie auch die analytische Schärfe einer anderen, erwachseneren Perspektive miteinander zu vereinen.“

Auch der Hollywood Reporter hat den Film besprochen.

SOMMERHÄUSER, der in diesem Jahr beim Filmfest München gleich zweimal mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino (Film und Regie) ausgezeichnet wurde, wird in Deutschland von Prokino in die Lichtspielhäuser gebracht und läuft ab Donnerstag (26.10.) in Hamburg im Abaton und im Blankeneser Kino

Foto: Sonja Maria Kröner bei der Hamburger Premiere von SOMMERHÄUSER am 24.10.2017 im Abaton Kino

Trailer und Plakat: Prokino